Sonderpublikation: Bauerfeind AG

Einblicke in die orthopädische Akutversorgung in Tokio

Einblicke in die orthopädische Akutversorgung in Tokio
Bei den Olympischen Spielen in Tokio lieferte die Bauerfeind AG Bandagen, Orthesen, medizinische Kompressionsstrümpfe und Einlagen und begleitete die orthopädische Akutversorgung. © Bauerfeind AG

Die Corona-Pandemie stellte auch die Mediziner bei den Olympischen Spielen vor neue Herausforderungen, wie besondere Abstimmungsprozesse mit dem IOC und den regionalen Veranstaltern. Zurückgreifen konnten sie allerdings auf gewohnte Strukturen, wie eine technisch bestens ausgestatte Poliklinik und die orthopädische Akutversorgung mithilfe eines Technikerteams und Produkten von der Bauerfeind AG aus Zeulenroda in Thüringen.

Mit dem Einsatz in Tokio war Bauerfeind zum sechsten Mal Partner des Organisationskomitees bei Olympischen Spielen und lieferte als einziger Hersteller der Welt Bandagen, Orthesen, medizinische Kompressionsstrümpfe und orthopädische Einlagen. Über 680 Athletinnen und Athleten nutzten den Bauerfeind-Service während der Öffnung des Olympischen Dorfes vom 13. Juli bis 11. August 2021. Am häufigsten wurden Leichtathleten von Bauerfeind-Technikern versorgt, gefolgt von Hand- und Volleyballern. Die häufigsten Verletzungen traten akut aufgrund einer Überbelastung auf. Hier gab es vor allem muskuläre Probleme sowie Zerrungen, Verstauchungen, Prellungen und Bänderrisse. Besonders gefragt waren Bandagen und Orthesen für Knie, Sprunggelenk und Rücken. Das am häufigsten abgegebene Bauerfeind-Produkt war die Kniebandage GenuTrain.

Ein Mediziner, der den Bauerfeind-Service seit Jahren sehr gut kennt und auch in Tokio für seine Athleten in Anspruch nahm, ist PD Dr. Casper Grim, Leitender Orthopäde und Unfallchirurg der Deutschen Olympiamannschaft. Der Chefarzt für Orthopädie und Sportmedizin am Osnabrücker Zentrum für muskuloskelettale Chirurgie war bereits bei den Olympischen Spielen 2016 als betreuender Arzt der Olympiamannschaft tätig. Neben der Versorgung an der Wettkampfstätte erfolgt die Betreuung der Athleten in unserer gut ausgestatteten medizinischen Zentrale. Zusätzliche diagnostische Geräte (MRT, Röntgen oder das Labor) nutzen wir dann bei Bedarf in der multimodalen Poliklinik, wo Ärzte verschiedenster Fachrichtungen zusammenarbeiten“, erläutert Dr. Grim.

PD Dr. Casper Grim, Leitender Orthopäde und Unfallchirurg der Deutschen Olympiamannschaft referierte beim 12. Zeulenrodaer Kongress für Orthopädie und Sportorthopädie u.a. auch über die orthopädische Akutversorgung von Karateka Jonathan Horne. © Bauerfeind AG

Der Orthopäde und Unfallchirurg führte die orthopädische Akutversorgung der schweren Ellenbogenverletzung des Karatekas Jonathan Horne direkt an der Wettkampfstätte durch. Der 32-Jährige zog sich in seinem zweiten Vorrundenkampf eine Luxation sowie mehrere Bänderrisse am rechten Ellenbogen zu. „Unmittelbar nach der Verletzung und Einrichtung des Gelenkes haben wir Jonathan zunächst mit einer anmodellierten Cast-Schiene zur Ruhigstellung des Armes versorgt. Da dies sehr unbequem und recht schwer ist und der Sportler den Arm selbst halten muss, sprachen wir uns mit den Orthopädietechnikern von Bauerfeind ab, ob es ein Gurtsystem gibt, bei dem der Sportler den Arm bequem ablegen kann, ohne dass es an der Schulter einschneidet“, so Grim. Jonathan Horne erhielt daher die Schulterorthese OmoLoc, die mit drei Armschlaufen den Arm in Abduktion mit 90 bis 100 Grad gebeugtem Ellenbogen auf einem Bauchgurt fixiert. Damit trat der Karateka auch die Heimreise nach Deutschland an.

Karateka Jonathan Horne wird von Bauerfeind-Mitarbeiter Marius Jonelis mit der Schulterorthese OmoLoc versorgt.
Ruhigstellung des Armes nach Ellbogenluxation: Karateka Jonathan Horne (rechts) wird von Bauerfeind-Mitarbeiter Marius Jonelis mit der Schulterorthese OmoLoc versorgt, die mit drei Armschlaufen den Arm in 0-Grad-Schulterabduktion mit 90 bis 100 Grad gebeugtem Ellenbogen auf einem Bauchgurt fixiert. © Bauerfeind AG

Weniger schwer aber äußerst bitter traf es in Tokio auch den Zehnkämpfer Niklas Kaul. Der 23-Jährige lag nach vier Disziplinen aussichtsreich im Medaillenrennen und verletzte sich beim Hochsprung. Ihn betreute Andrew Lichtenthal, Leitender Verbandsarzt des DLV und Geschäftsführender Oberarzt des Zentrums für Gelenkchirurgie, Orthopädie, Unfallchirurgie am St. Vinzenz Krankenhaus Hanau. „Die Gelenkkapsel des Sprunggelenks wurde bei seinem Absprung über 2,11 Meter gequetscht. Es ist glücklicherweise nichts gerissen bzw. gebrochen.“, so Andrew Lichtenthal. Niklas Kaul nutzte die Sprunggelenkbandage MalleoTrain Plus von Bauerfeind. Durch die medizinische Kompression des Gewebes und den durchblutungsfördernden Massageeffekt bei Bewegung werden Schwellungen schneller abgebaut und das individuell einstellbare Gurtsystem mit elastischen und unelastischen Anteilen stabilisiert das Sprunggelenk.

Bei seinem letzten Sprung im Hochsprung verletzte sich Niklas Kaul am Sprunggelenk. Er erhielt daraufhin die MalleoTrain Plus von Bauerfeind.
Bei seinem letzten Sprung im Hochsprung verletzte sich Niklas Kaul am Sprunggelenk. Er erhielt daraufhin die MalleoTrain Plus von Bauerfeind. Die Sprunggelenkbandage wirkt durch ihr kompressives Gestrick, die Malleo-Pads und ein individuell einstellbares Gurtsystem wie ein hautschonender funktioneller Tape-Verband und entlastet den Bandapparat. © picture alliance / Xinhua News Agency (Foto N. Kaul), Bauerfeind AG

„Wir konnten in Tokio unter guten Bedingungen arbeiten und hatten mit den in der Poliklinik arbeitenden Ärzten stets ein sehr gutes Verhältnis. Auch das Portfolio von Bauerfeind hat uns in unserer Arbeit wieder bestens unterstützt, um den Athleten eine schnelle orthopädische Akutversorgung zu bieten, unabhängig vom Schweregrad der Verletzung,“ resümiert Dr. Casper Grim

Andrew Lichtenthal und Niklas Kaul wurden vom Bauerfeind-Techniker Luis Ramon Molla betreut.
Andrew Lichtenthal (links) und Niklas Kaul (rechts) wurden vom Bauerfeind-Techniker Luis Ramon Molla betreut. © Bauerfeind AG

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