DZSM-MITTEILUNG

02.04.2021

Willkommen zum Sports, Medicine and Health Summit 2021

Editorial der Ausgabe 3/2021 der Deutschen Zeitschrift für Sportmedizin (DZSM) von Hauptschriftleiter Prof. Dr. med. Dr. h.c. Jürgen M. Steinacker zum ersten virtuellen Sports, Medicine and Health Summit 2021.

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Willkommen zum Sports, Medicine and Health Summit 2021
Prof. Dr. med. Dr. h.c. Jürgen M. Steinacker, Kongresspräsident Sports Medicine and Health Summit 2021 © Steinacker

Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Teilnehmer des Sports, Medicine and Health Summits,

als ich im Jahr 2017 gefragt wurde, ob ich die Kongresspräsidentschaft übernehmen kann, standen wir vor der Aufgabe, den Kongress zu revitalisieren. Der Kongress war überwiegend ein Spezialisten-Kongress, zu wenig Universitätsinstitute, zu wenig praktische Ärzte und zu geringe Beteiligung.

Mit CPO HANSER als neuem Partner konnten die Herausforderungen und Chancen für eine Neuentwicklung unseres Kongresses mit einer neuen Ausrichtung und einem neuen Logo angegangen werden, an der auch Exercise is Medicine Europe als europäischer Partner beteiligt ist. Weiterhin konnten wir zahlreiche relevante Fachgesellschaften gewinnen. Mit der Idee der „Active City“ konnten wir auch die Hansestadt Hamburg für dieses internationale Format begeistern.

Wir wollen mit zahlreichen Fachgesellschaften eine Hamburg-Erklärung der „Global Alliance for Promotion of Physical Activity“ unterzeichnen, welche unter anderem vom Senat der Freien und Hansestadt Hamburg, der WHO, dem IOC, der Weltsportärzteorganisation (FIMS), den europäischen Sportärzten (EFSMA) und vielen anderen getragen wird.

Diese Frage „wie viel sind Sie täglich körperlich aktiv?“ sollte jeder Arzt seinen Patienten stellen, sagt uns die Initiative „Exercise is Medicine“. Menschen, die inaktiv sind, zu aktivieren, ist aber eine große Kunst, denn kein Arzt kann für den Patienten das Sporttreiben übernehmen. Hier begegnen sich Gesundheitspsychologie, Sportwissenschaft und Medizin. In Städten bewegungsfreundlich und gesundheitsfördernde Umwelten zu gestalten, ist das Anliegen der Initiative „Active City“, in der unsere Gastgeberstadt, die Freie und Hansestadt Hamburg, vom IOC ausgezeichnet wurde.

Gesundheit ist über die rein ärztlichen Aufgaben hinaus eine integrative und gesellschaftliche Aufgabe und das wird in diesem Kongress in Verbindung von klassischer Sportmedizin, Prävention und Bewegung in vielen Facetten dargestellt. „Für alle Menschen ist es niemals im Leben zu spät, körperlich aktiv zu werden“, das sagen uns die neuen 2020 WHO Guidelines on physical activity and sedentary behaviour. Körperliche Aktivität hat große gesundheitliche Effekte und ist wichtig zur Prävention und Behandlung von Erkrankungen. Die Pionierarbeit für Training bei Patienten leisteten die Herzgruppen, mittlerweile sind Trainingsgruppen in der Hämato-Onkologie, bei neurologischen Erkrankungen, bei Diabetes und Adipositas wichtige Pfeiler der Therapie.

Wir lernen immer mehr über die Mechanismen, insbesondere die immunmodulatorischen Effekte von körperlicher Aktivität. Unsere genetische Ausstattung führt dazu, dass bei Bewegungsmangel und Überernährung wir adipös werden und Folgeerkrankungen eintreten, denn Übergewicht und körperliche Inaktivität führen zu chronischen inflammatorischen Prozessen, die viele Organsysteme betreffen. So haben wir mit Marc Donath einen der Pioniere der antientzündlichen Therapie bei Diabetes mellitus auf unseren Kongress eingeladen, um dieses Spannungsfeld zu beleuchten.

Im Verlauf der Covid-19-Krankheit kann es zu erheblichen Einschränkungen der körperlichen Leistungsfähigkeit, von zahlreichen Organsystemen und des Befindens kommen. Die Pandemie zeigt eine wichtige Rolle der Sportmedizin auf, die als integratives Fach den gesamten Menschen betrachtet.

Wir bejahen den Leistungssport als Modell für fairen, sportlichen Wettkampf zur Entwicklung von Persönlichkeit, körperlichen und geistigen Fähigkeiten und bejahen auch die Olympische Idee. Wichtig dabei ist aber eine Umgebung, die den Sportler unterstützt und fördert, aber auch entschiedenes Vorgehen, wenn Zwänge und Ausnutzung von Abhängigkeiten den Alltag von Sportlern bestimmen. Hier sind Ärzte als unabhängige Ratgeber gefragt und wie Wilfried Kindermann es ausdrückt „kein Raum für Kumpanei von Ärzten mit Trainern und Sportlern“, dagegen freundschaftliche und fachkundige Unterstützung bei einer gesunden Leistungsentwicklung. Deshalb haben wir zwei wichtige Keynotes den Themen „Sports, ethics and integrity“ und „Sexual harassment and abuse in sports“ gewidmet.

Trotz Pandemie konnten wir 307 Abstracts als freie Vorträge und Poster annehmen, es gibt 90 Sitzungen mit herausragenden eingeladenen Vorträgen, aber auch praxisorientierte Seminare mit einem Mehrwert für praktische Ärzte, Therapeuten und Trainer.

Durch das virtuelle Format ist es möglich, den Kongress auch über längere Zeit zu verfolgen. In dieser Hinsicht wird der Kongress bedingt durch Covid-19 ein neues Format haben, das für alle große Chancen bietet. Vielen Dank an die Programmkommission und alle Beteiligten!

Kommen Sie virtuell nach Hamburg und loggen sich mit uns ein!

Ihr Prof. Dr. med. Dr. h.c. Jürgen M. Steinacker, Kongresspräsident Sports, Medicine and Health Summit 2021

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