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Fortsetzung Bone Bruise und Stressfraktur: Knochen im Stress

Bei Niedrigrisiko-Frakturen können während der Entlastungspause alternative Sportarten wie Aquajogging, Schwimmen oder leichtes Athletiktraining aufrechterhalten bzw. ausgeübt werden. Insbesondere bei Stressfrakturen, eventuell aber auch beim atraumatischen Bone Bruise, sollte interdisziplinär nach möglichen auslösenden Faktoren gesucht werden.

Denkbar sind hier z. B.

  • Änderungen des Trainingsumfangs und/oder der Trainingsintensität
  • Änderungen der Trainingsinhalte, z. B. ungewohnte Belastungen
    (Untergrund, altes/neues Schuhwerk, einseitige mechanische Belastungen)
  • Technische Schwächen, z. B. aufgrund von funktionellen Störungen oder muskulären Dysbalancen
  • Störungen im Hormonhaushalt oder im Vitamin-D-Status
  • Störungen der Ernährung oder Mangelernährung aufgrund von Diäten

Bei langwierigem, chronischem oder wiederkehrendem Verlauf wurden gute Ergebnisse mit Bisphosphonaten beschrieben. Die Anwendung erfolgt allerdings Off-Label und beherbergt ein nicht unerhebliches Spektrum an möglichen Nebenwirkungen. Für extrakorporale Stoßwellentherapie, therapeutischen Ultraschall und Magnetfeldtherapie existieren einzelne positive Erfahrungsberichte, jedoch ohne Evidenz für die Wirkung in der Literatur.

Ein wichtiger Aspekt in der Therapie von Knochenmarködemen ist die Compliance der Sportler: »Da ein Knochenmarködem im Alltag häufig bald keine Beschwerden mehr macht, sind Sportler versucht, zu früh wieder mit dem Training zu beginnen. So können Ödeme chronifizieren und es kommt zu deutlich längeren Verläufen«, betont Prof. Schmitt. »Im Normalfall sind diese Verletzungen zwar lästig, heilen aber gut aus.«

■ Hutterer C

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