Überlastungssyndrome in Sport- und Arbeitsmedizin. Eine komparatistische Studie

Problemstellung

Überlastungssyndrome und Überlastungstraumata sind sowohl im Sport als auch in der Arbeitswelt häufig. Trotz unterschiedlicher Verhaltensweisen dürften zugrunde liegende Mechanismen allerdings oftmals ähnlichen biomechanischen und pathologischen Prinzipien entsprechen und damit zur Synopse sport- und arbeitsmedizinischer Perspektiven Anlass geben. Intentional stehen dabei die arbeitsmedizinische Adaption und Implementierung sportbasierter Präventionsmaßnahmen im Zentrum des Beitrags.

Methode

Komparatistische Übersichtsstudie auf der Grundlage von PubMed und Google Scholar Recherche. Induktive Hypothesenbildung.

Ergebnisse

Vergleichbare Belastungsmuster bestimmter Sportarten und Berufe ziehen ähnliche Risiken für Überlastung nach sich. Dabei sind im Sport trotz höherer Intensitäten pathologische Konsequenzen vergleichsweise gering. Das spricht für die präventive Effizienz von Trainingprogrammen, die auf physiologisch ausgewogenes Krafttraining, abgestimmte Balance von Leistungsfähigkeit und Leistungsanspruch, biomechanisch optimierte motorische Muster, physiologische Vorbereitung für skelettmuskuläre Belastungen und differenziertes Körperbewusstsein hinwirken. Eine Aufschlüsselung nach Komplexität der motorischen Beanspruchung, Ausdauerleistung, Kraftforderung relativ zur Maximalkraft und reaktiven Bewegungsmustern erscheint hierbei methodologisch sinnvoll.

Diskussion

Transfer sportorientierter Präventionsmaßnahmen in die Arbeitswelt ist bislang noch keineswegs Standard. Zudem bedürfen geeignete Modelle, die medizinisch fundiert und arbeitstechnisch praktikabel sind, noch interdisziplinärer Forschung. Die Studie versucht Möglichkeiten abzustecken, ist dabei aber noch stark hypothetisch ausgerichtet. Zudem dürften sich präventive Maßnahmen in den verschiedensten Professionen vor allem auf die Kontrolle externer Faktoren konzentrieren. Um sportorientierte Präventionsmodelle gezielt für Risikoberufe umsetzen zu können, müsste der Nutzen von Sport zur Prävention chronischer Störungen des Stütz- und Bewegungsapparats allgemein stärker ins Bewusstsein rücken.

■ Mastnak W