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The German Journal of Sports Medicine is directed to translational science and clinical practice of Sports Medicine and its adjacent fields, which investigate the influence of physical activity, exercise, training and sports, as well as a lack of exercise affecting healthy people and patients of all age-groups. It addresses implications for prevention, diagnosis, therapy, rehabilitation and physical training as well as the entire Sports Medicine and research in sports science, physiology and biomechanics.

The Journal is the leading and most widely read German journal in the field of Sports Medicine. Readers are physicians, physiologists and sports scientists as well as physiotherapists, coaches, sport managers, and athletes. The journal offers to the scientific community online open access to its scientific content and online communication platform.

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Bewegung und Sport im Kindesalter
ÜBERSICHT
ADHS UND SPORT

Sport bei ADHS – Plan für Desaster oder verschenkte Ressource?

Sports for ADHD-patients – Plan for Disaster or Wasted Resource?

Bereich Medizin, Training und Gesundheit; Institut für Sportwissenschaft und Motologie; Philipps-Universität Marburg

ZUSAMMENFASSUNG

Das Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitäts-Syndrom (ADHS) ist durch individuell unterschiedliche Ausprägung der Kernsymptome Unaufmerksamkeit, Impulsivität und Hyperaktivität gekennzeichnet, die zu Beeinträchtigungen in mindestens zwei Lebensbereichen (z.B. Familie und Schule) führen und auch das Verhalten bei körperlicher Aktivität/Sport betreffen können. Als ADHS-Ursache wird eine genetisch-basierte Dysfunktion im Katecholaminhaushalt bestimmter Hirnregionen vermutet; erfolgreich eingesetzte Medikamente wirken als Katecholaminagonisten. Bei Gesunden wurde gezeigt, dass körperliche Aktivität zu ähnlichen neurophysiologischen/neurochemischen Effekten führt, wie sie eine Stimulanzien-Therapie bei ADHS ausübt. Bei ADHS wurde eine positive Wirkung von körperlicher Aktivität auf Verhalten und Kognition nachgewiesen. Speziell in der Natur ausgeübte, möglichst vielfältige körperliche Aktivitäten/Sport scheinen preiswerte, nicht-medikamentöse Mittel zu sein, die Freude an Bewegung vermitteln, die motorische Leistungsfähigkeit fördern, den Betroffenen helfen Grenzen zu erfahren/akzeptieren sowie einen sportlich-fairen Umgang mit anderen zu lernen. Positive Erfahrungen durch körperliche Bewegung an sich und die damit verbundenen Erfolgserlebnisse sowie positives Feedback führen zu einer Verbesserung von Selbstwertgefühl, Selbstbewusstsein und sozialer Kompetenz, was auch auf andere Lebensbereiche einen positiven Einfluss nehmen kann. Obwohl derzeit keine evidenz-basierten Empfehlungen zu besonders geeigneten Sportarten, Belastungsintensität und -dauer gegeben werden können, sollte die mögliche positive Wirkung von körperlicher Betätigung nicht ignoriert und sportliche Aktivität bei ADHS angeraten werden. Bei medikamentöser Therapie ist auf den Medikamenten-Einfluss auf Leistung und Thermoregulation sowie auf Einhaltung der Anti-Doping-Richtlinien hinzuweisen.

Schlüsselwörter: körperliche Aktivität, Verhalten, Kognition, Selbstwertgefühl, Hyperkinetische Störung

SUMMARY

The attention deficit hyperactivity disorder (ADHD) is characterized by individually different expressions of the core symptoms inattention, impulsivity and hyperactivity leading to impairments in at least two areas of life (e.g. family, school) with potential to affect also physical activity and sports. A genetically-based dysfunction in the catecholaminergic system of the brain is the suspected cause of ADHD; drugs effectively used in ADHS-treatment act as catecholamine agonists. In healthy subjects physical activity was found to lead to similar neurophysiological/neurochemical effects as caused by stimulant treatment in ADHD. Although studies on the effect of sports in ADHD are scarce, a general positive effect of physical activity on behaviour and cognition has been demonstrated. Varying physical activities/sports ideally performed in a natural outdoor setting can serve as low-cost, non-drug treatment, that can convey the joy of being physically active, promote physical performance, enable ADHD-sufferers to experience/accept own limits and those of others, and to learn/practice fair play. Positive experiences through physical activity itself and successful experiences associated with it can improve self-esteem, self-confidence and social skills, which can have a positive impact on other areas of life. Although evidence-based recommendations of particularly suitable sports disciplines, exercise duration and intensity cannot be given, potential positive effects of physical activity should not be ignored and sporting activity be recommended to ADHS-patients. Medication-related impact on performance, thermoregulation and anti-doping policies-related issues need to be considered.

Key Words: physical activity, behaviour, cognition, self-esteem, hyperkinetic disorder

EINLEITUNG

Die vorliegende Übersichtsarbeit basiert auf einer aktuellen (Stand Juli 2013) Literaturrecherche mittels der Suchmaschinen/Datenbanken SPONET, Pubmed und Web of Knowledge. Sie gibt allgemeine Hintergrundinformationen zum AufmerksamkeitsdefizitHyperaktivitäts-Syndrom (ADHS) und diskutiert Probleme aber auch möglichen Nutzen von Bewegung. Hierbei wird zwischen körperlicher Aktivität allgemein (akut, chronisch) und Sport differenziert. Die Wechselwirkungen zwischen ADHS und körperlicher Aktivität bzw. dem Sporttreiben sowie Aspekte der medikamentösen ADHS-Therapie werden hierbei aus (Sport)-medizinischer Sicht betrachtet.

ADHS - ALLGEMEINER HINTERGRUND

Die Verhaltensstörung ADHS ist klinisch heterogen und zeichnet sich durch individuell unterschiedliche Ausprägungen der drei Kernsymptome Aufmerksamkeitsdefizit, Impulsivität und Hyperaktivität aus (4). Zur Diagnosestellung entsprechend ICD-10 bzw. DSM-IV Klassifikation wird gefordert, dass eine Mindestanzahl von Symptomen in den Bereichen Unaufmerksamkeit, Überaktivität und Impulsivität vorliegt, diese mindestens sechs Monate bestehen und erstmals vor dem siebten Lebensjahr auftraten sowie eine Beeinträchtigung in mindestens zwei Lebensbereichen (z.B. Familie und Schule) vorliegt (18, 45).
Daten zur ADHS-Prävalenz in Deutschland spiegeln die globalen Daten wider und zeigen, dass bei 4,8% der Kinder und Jugendlichen im Alter von 3-17 Jahren ADHS diagnostiziert wurde. Jungen sind 4,3 Mal häufiger betroffen als Mädchen. Weitere 4,9% können als ADHS-Verdachtsfälle eingeschätzt werden (41). Eine Steigerung der Diagnosehäufigkeit im Grundschulalter sowie bei niedrigerem sozioökonomischem Status wurde dokumentiert (41). Die genaue Ursache von ADHS ist bisher nicht eindeutig geklärt, eine multifaktorielle Genese mit genetischer Disposition wird diskutiert (4). Im Gehirn von ADHS-Patienten konnten neurochemische und neuroanatomische Anomalien im präfrontalen Cortex, einer Hirnregion mit zentraler Bedeutung für situationsangemessene Handlungssteuerung und Regulation emotionaler Prozesse, gezeigt werden (51). Als Haupthypothese zur Pathophysiologie des ADHS gilt derzeit eine Dysfunktion im katecholaminergen System. Hierbei wird vermutet, dass Fehlregulationen von Dopamin und auch Noradrenalin im präfrontalen Cortex eine entscheidende Rolle spielen. Diese Hypothese wird dadurch gestützt, dass die zur ADHS-Behandlung effektiv eingesetzten Medikamente Katecholaminagonisten sind (1, 51).

ADHS-Symptome und soziale Auswirkungen
Das Aufmerksamkeitsdefizit zeigt sich bei ADHS-Kindern durch schlechte Konzentration, leichte Ablenkbarkeit und Vergeßlichkeit. Impulsivität hebt sich durch Symptome wie ständiges Unterbrechen und Stören anderer, Herausplatzen mit Antworten und ein generelles Nichtwartenkönnen hervor. Die Hyperaktivität stellt sich durch extremen Bewegungsdrang, motorische Unruhe sowie eine Ruhelosigkeit bzw. Getriebenheit dar (21). Betroffene Kinder fallen oftmals durch schlechte soziale Integration, Aggressivität sowie mangelhafte oder sehr schwankende Schulleistungen auf (5, 16). Der Leidensdruck bei Betroffenen und ihrem Umfeld ist in der Regel hoch. ADHS-Kinder fühlen sich häufig ausgegrenzt und schikaniert (50), haben Probleme, Beziehungen in ihrer Altersgruppe aufzubauen bzw. zu erhalten. Ihnen fehlt daher oftmals Anerkennung, worunter speziell das Selbstwertgefühl leidet (5). Kind-Eltern-Probleme sowie Schüler-Lehrer-Probleme kommen oftmals erschwerend hinzu (19, 37).

Multimodale ADHS-Behandlung
Eine frühe Diagnostik und Behandlung soll die Prognose bei ADHS verbessern. Frühzeitige Intervention erscheint sinnvoll, um Folgeprobleme im zwischenmenschlichen Bereich, die sich wieder negativ auf ADHS auswirken können, zu minimieren bzw. positiv zu beeinflussen (23). Die Vielfältigkeit der Symptome sowie der unterschiedliche Grad ihrer Ausprägung erfordern, dass die Behandlung auf den Individualfall abgestimmt werden muß. Üblicherweise erfolgt eine multimodale Therapie bestehend aus Psychoedukation, Verhaltenstherapie und medikamentöser Behandlung, häufig ergänzt durch Elternschulung und Familientherapie (1, 18, 22, 45). In Selbsthilfegruppen und auf zugehörigen Internetseiten/ Ratgebern wird körperliche Aktivität und speziell Sport als eine weitere Behandlungsmöglichkeit diskutiert. Zusätzlich existieren Erfahrensberichte, dass Sport für ADHS-Patienten eine gute, in der Regel ergänzende Behandlungsstrategie darstellt (16, 44). In den offiziellen Leitlinien der Arbeitsgemeinschaft ADHS der Kinder- und Jugendärzte e.V. (18) und auch in den europäischen klinischen Leitlinien (45) ist körperliche Aktivität/Sport jedoch nicht aufgeführt.
Letzteres ist überraschend, konnte doch bei gesunden Kindern und Erwachsenen gezeigt werden, dass körperliche Aktivität eine positive Wirkung auf kognitive und motorische Funktion sowie das Verhalten hat (9, 10, 46). Für Erwachsene wurden stärkste Effekte bei Belastungseinheiten von mindestens 30-minütiger Dauer sowie bei Training, das sowohl Ausdauer- als auch Kraftelemente beinhaltete, identifiziert (9). Bei Kindern waren positive Effekte körperlicher Aktivität auf die kognitive Funktion bei 11-13 Jährigen am größten, gefolgt von denen bei 4-7 Jährigen. Die Effektgröße war hierbei unabhängig von Studiendesign (akut, chronisch, Querschnittsstudie) und Art der körperlichen Aktivität (43).
Als möglicher Wirkmechanismus wird basierend auf Studien mit Gesunden diskutiert, dass körperliche Aktivität die Dopamin- und Noradrenalin-Konzentrationen steigert und es zu einem Anstieg von Neurotrophinen, wie dem brain-derived neurotrophic factor (BDNF) im Hippocampus, kommt. BDNF unterstützt Funktion, Wachstum und Differenzierung von Neuronen und Synapsen und spielt daher eine integrale Rolle in der Neurogenese und der Formbarkeit des Nervensystems (1, 51). Somit führt körperliche Aktivität beim Gesunden zu ähnlichen neurophysiologischen bzw. neurochemischen Effekten, wie sie eine Stimulanzien-Therapie ausübt.

WIRKUNG KÖRPERLICHER AKTIVITÄT AUF KOGNITION UND VERHALTEN BEI ADHS

Die Evidenz, dass körperliche Aktivität auch bei ADHS-Patienten Kognition und Verhalten positiv beeinflussen, ist weitaus geringer als bei Gesunden (16). Speziell die neurophysiologischen/neurochemischen Reaktionen auf körperliche Aktivität bzw. Sport sind im Zusammenhang mit ADHS bisher nicht systematisch untersucht. Weiterhin wurde bisher nicht hinreichend geklärt, inwieweit die Art sowie Variationen von Intensität, Dauer und Häufigkeit einer Belastungsform unterschiedliche neurophysiologische Reaktionen hervorrufen (51) und wie sie die Entwicklung der kognitiven Funktion beim Kind beeinflussen (47). Sowohl akute als auch regelmäßige aerobe Belastungen zeigten bei gesunden Kindern einen positiven Effekt auf die exekutive Funktion. Dabei wird diese wahrscheinlich auf unterschiedliche Weisen, z.B. über Ziel-gerichtetes Denken, kognitive Herausforderung durch Koordination komplexer Bewegungsabläufe oder physiologische Änderungen, beeinflusst (2). Es wird postuliert, dass eine regelmäßige aerobe Belastung, welche die exekutive Funktion variabel stimuliert (z.B. aerobe Spiele in der Gruppe, Hindernis-Parcours), größere Effekte hervorruft als einfache Belastungsformen (z.B. regelmäßiges Walking/Jogging) (2). Leider wurden Studien zur funktionellen Beurteilung bisher nicht mit Untersuchungen der neurophysiologischen/neurochemischen Reaktion auf körperliche Aktivität kombiniert. Es wird jedoch angenommen, dass der bewegungsassoziierte Dopamin-Anstieg primär u.a. Aufmerksamkeit und Fokus beeinflusst, der Noradrenalin-Anstieg hingegen exekutive Operationen verbessert, Ablenkbarkeit reduziert, Erregung moduliert und das Arbeitsgedächtnis verbessert (51).

Akute körperliche Aktivität
Unabhängig von einer medikamentösen Therapie scheint körperliche Aktivität die Aufmerksamkeit von ADHS-Patienten zu verbessern (34). Akute moderate bis anstrengende körperliche Aktivität steigerte Aufmerksamkeit und kognitiv-exekutive Funktion und verbesserte das Sozialverhalten (7, 26, 34). Nicht nur akute körperliche Aktivität per se kann positive Effekte auslösen sondern auch das Aktivitätsumfeld. Unabhängig davon, ob die Aktivitäten allein oder in einer Gruppe stattfanden, konnten Aktivitäten in natürlichen Outdoor-Räumen ADHS-Symptome stärker und nachhaltiger reduzieren als Aktivitäten in bebauten Outdoor- oder Indoor-Settings (28). Symptomverbesserungen traten bei Aktivitäten in bebauten Outdoor-Settings nur auf, wenn diese alleine bzw. in Zweiergruppe durchgeführt wurden. Bei Indoor-Aktivitäten kam es in größeren Gruppen sogar zu einer Verschlechterung der Symptome (28). Diese Umwelteffekte waren bei 5-18 Jährigen unabhängig von Geschlecht, Familieneinkommen, Wohnort und Diagnose nachweisbar (28). Bereits minimale körperliche Aktivität wie ein 20-minütiger Spaziergang im Park führte zu einer deutlich verbesserten Konzentrationsfähigkeit verglichen mit vergleichbaren Spaziergängen durch die Stadt bzw. eine Wohnsiedlung (11). Kurze ‚bewegte’ Aufenthalte in der Natur könnten somit als preiswerte und leicht verfügbare, ergänzende Hilfsmittel im Management von ADHSSymptomen eingesetzt werden.

Chronische körperliche Aktivität und Sport
Belastungsinduzierte positive Effekte auf Verhalten, Kognition und akademische Leistung wurden zeitnah nach der Belastung nachgewiesen. Diese halten wahrscheinlich an, solange die belastungsinduzierte Erregung anhält und kehren im weiteren Nachbelastungszeitraum auf das Vorbelastungsniveau zurück (1, 51). Wie lange genau diese positiven Effekte nach einer akuten Belastung anhalten und wie sich Belastungsformen unterschiedlicher Art, Dauer und Intensität auf dieses Zeitfenster auswirken, ist bisher nicht bekannt. Es konnte jedoch gezeigt werden, dass regelmäßige körperliche Aktivität nicht nur zu gesteigerter körperlicher Leistungsfähigkeit führte sondern auch zu einer Verbesserung von Sozialverhalten bzw. kognitiver Leistung (14, 15, 33, 49). Retrospektiv verringerte einjährige regelmäßige körperliche Aktivität die Ängstlichkeit bei ADHS-Kindern. Dabei schien der psychologische Nutzen einer Kombination von mindestens drei verschiedenen Aktivitäten besonders auffällig (27).
Als durch Regeln formalisierter Wettkampf ist Sport eine spezielle Form der körperlichen Aktivität. Die Frage, ob Sport bei ADHSPatienten ‚funktioniert’ kann bisher nicht eindeutig beantwortet werden. Es existieren allgemeine Vorbehalte und Erfahrungen, die nahelegen, warum Sport mit ADHS-Betroffenen sowohl von Eltern betroffener Kinder (24) als auch von Sportlehrern/Übungsleitern als problematisch eingestuft wird. Trainer, die Erfahrung in der Betreuung von ADHS-diagnostizierten Sportlern hatten, wiesen jedoch eine positivere Einstellung zu deren Teilnahme in Trainingsgruppen auf (3). ADHS-Betroffene zeigen oftmals ein aggressives und sehr impulsives Verhalten, haben eine erhöhte Risikobereitschaft, die die Verletzungsgefahr für sich und andere deutlich steigern kann (25). Zum Teil lassen sie sich schwer sozial integrieren, grenzen sich selbst aus bzw. werden von anderen aufgrund ihres Verhaltens ausgegrenzt (23, 25, 30). Sie zeichnen sich vermehrt durch Regelverstöße aus bzw. vergessen Regeln (8) und sind leicht ablenkbar durch Geräte, Bälle etc. All diese Attribute können beim Sporttreiben zu Problemen führen. Generell kann man sagen, dass ihre Aufmerksamkeit schnell verloren geht, sie bei längeren Reflexionen schnell unruhig werden und ihr Verhalten oftmals nicht vorhersehbar ist (3). Es liegt daher nahe, dass bei Teamsportarten mehr Probleme auftreten können als bei Individualsportarten. Studien, die diese Vermutung zum Sportverhalten und seinen Konsequenzen belegen würden, sind extrem selten. Johnson und Rosen (25) untersuchten in diesem Zusammenhang 34 Jungen mit ADHS im Alter von 6-17 Jahren sowie 41 gesunde Jungen entsprechenden Alters mit vergleichbaren sozioökonomischen Status und aus demselben Einzugsgebiet in den USA. Die Untersuchung zeigte, dass aggressives und impulsives Verhalten sowie Regelverstöße/Disqualifikationen tatsächlich bei mit ADHS-diagnostizierten Jungen häufiger vorkamen als bei der Kontrollgruppe. Unabhängig vom ADHS-Status traten diese Verhaltensformen bei Mannschaftssport häufiger auf als bei Individualsportarten. Bezüglich der Dauer der Teilnahme an Individualsportarten unterschieden sich die Gruppen nicht. Bei Mannschaftssportarten waren Jungen mit ADHS hingegen seltener bzw. für kürzere Zeit vertreten. Ob dieses eine aktive Entscheidung der Kinder/Jugendlichen selbst bzw. ihrer Eltern gegen Teamsportarten wegen antizipierter verhaltensbedingter Probleme widerspiegelt oder aber darauf hindeutet, dass ADHSBetroffene vielleicht länger warten bis sie an Mannschaftssportarten teilnehmen, konnte mit dieser Studie nicht gezeigt werden (25).
Jugendliche mit ADHS sind anfällig für Unfälle Zuhause, in der Schule, im Straßenverkehr und auch beim Sport (6). Die erhöhte Unfallgefährdung könnte ggf. auch dadurch begründet sein, dass in Abhängigkeit von der Ausprägung von ADHS-Symptomen neben den Verhaltensauffälligkeiten und den kognitiven Schwächen, speziell im Bereich Körperkontrolle, Planung und Durchführung von Aktionen sowie nachfolgender Reflexion (22), auch Schwächen in der allgemeinen Fitness, in Grob- und Feinmotorik sowie der Objektkontrolle gefunden wurden (20, 48). Nach Fliers et al. (13) liegen bei 30-50% der Kinder mit ADHS motorische Defizite vor; die Behandlung dieser Probleme bewerten sie als unzureichend.
Sportpartizipation konnte bei Kindern und Jugendlichen mit ADHS Selbstbewusstsein, Selbstwertgefühl und soziale Kompetenz steigern (16, 30). Regelmäßige Teilnahme an Sport konnte zum einen über das Lernen sportlich-fairen Verhaltens Einfluss auf das generelle Sozialverhalten nehmen (36) und zum anderen sportliche Fertigkeiten und allgemeine sportliche Leistungsfähigkeit steigern (24). Beide Faktoren führten unabhängig voneinander zu einer gesteigerten Akzeptanz in der Altersgruppe (30). Es bleibt die Frage, welche Sportarten für ADHS-Betroffene besser geeignet sind als andere. Die Listen von Empfehlungen in ADHS-Ratgebern sind lang und enthalten überwiegend Individualsportarten. Mannschaftssportarten werden eher seltener empfohlen. Erfahrungsberichte zeigen jedoch, dass sich keine Sportart als definitiv geeignet oder ungeeignet erweist, und auch, dass eine Sportart, die sich beim erstmaligen Versuch als weniger günstig herausstellte, bei einem späteren Versuch geeignet sein kann. Evidenz, die diese subjektiven Erfahrungsberichte untermauern könnte, ist bezüglich ausgewählter Sportarten nicht verfügbar bzw. zeigt methodische Schwächen auf wie z.B. zu kleine Stichproben, fehlende Kontrollgruppe, keine bestätigte ADHS-Diagnose etc. (33, 44).
Inwieweit sich körperliche Inaktivität negativ auf ADHSSymptome auswirkt, ist bisher nicht hinreichend untersucht. Eine kürzlich veröffentliche Studie scheint jedoch zu zeigen, dass bei Jugendlichen mit ADHS-Symptomen eine an einem Tag individuell unterdurchschnittliche körperliche Aktivität mit einer höheren depressiven Gemütsbewegung verbunden war, eine überdurchschnittliche körperliche Aktivitätslage hingegen mit geringerer depressiver Verstimmung an diesem Tag einherging. Der Zusammenhang zwischen körperlicher Aktivität und Affekt war hierbei bei Jugendlichen mit stärker ausgeprägter Hyperaktivität stärker (17).

MEDIKAMENTÖSE ADHS-THERAPIE UND KÖRPERLICHE AKTIVITÄT/SPORT

Zur medikamentösen Therapie des ADHS sind in Deutschland verschiedene Präparate zugelassen wie das Methylphenidat (nichtretardiert, retardiert und Langzeitpräparat), Atomoxetin und DL-Amphetamin (18). Das Methylphenidat gilt als das Mittel der Wahl (22). So stieg in Deutschland die Methylphenidat-Gesamtverordnung in der GKV von 13 Millionen definierten Tagesdosen im Jahr 2000 auf 55 Millionen im Jahr 2009, verglichen mit 3 Millionen Tagesdosen für Atomoxetin im Jahr 2009, (29) obwohl die ADHS-Prävalenz in Abhängigkeit vom Alter nicht oder deutlich geringer zunahm (42).
Zu Beginn einer Methylphenidat-Therapie wurden bei Kindern deutliche Anstiege der Ruheherzfrequenz nachgewiesen. Bei fortgeführter Gabe verringerte sich dieser Herzfrequenzanstieg und war statistisch nicht signifikant. Weitere Ruhe-EKG-Veränderungen wurden nicht beschrieben, Effekte auf den Blutdruck waren nicht konsistent bzw. klinisch nicht relevant (39). Unter Methylphenidat wurden auch bei submaximalen Belastungen signifikant höhere Herzfrequenzen gefunden als ohne die Therapie. Sauerstoffaufnahmen und Belastungsempfinden waren hingegen unverändert (31). Ein verändertes Verhältnis zwischen Belastungsempfinden und Herzfrequenz wurde bei ADHS-Kindern unter Methylphenidat auch bei graduell bis zur Erschöpfung ansteigender Belastung nachgewiesen (32). Ohne Medikation war bei sechs von 13 ADHS-Patienten die maximale Leistung, Sauerstoffaufnahme und Herzfrequenz verringert, nicht jedoch das Belastungsempfinden (31).
Bei Gesunden steigerte niedrigdosiertes Methylphenidat bei warmer Umgebungstemperatur die erbrachte Leistung, Körperkerntemperatur und Herzfrequenz; die Wahrnehmung von sowohl Anstrengung als auch Hitzestress war jedoch im Vergleich zur Placebobedingung nicht unterschiedlich (38). Somit scheint bei der Kombination von Methylphenidat-Einnahme und Ausdauersport das Risiko erhöht, eine möglicherweise ernsthafte HitzeKrankheit zu entwickeln (38). Der verschreibende Arzt sollte auf dieses potentielle Risiko unbedingt hinweisen und Kühlung sowie ausreichende Flüssigkeitszufuhr empfehlen. Zusätzlich sollten die o.g. temperaturunabhängigen Methylphenidat-Effekte auf die Ausdauerleistungsfähigkeit und Herzfrequenz bei der Beurteilung der Herzfrequenz und des subjektiven Belastungsempfinden im Ausdauertraining berücksichtigt werden.

Methylphenidat-Therapie und Leistungssport
Die potentiell leistungssteigernde Wirkung bedingt, dass Methylphenidat, als spezifisches Stimulanz klassifiziert, aktuell auf der Dopingliste steht. Somit gilt es als nicht-erlaubtes Mittel während des Wettkampfes. Ein Absetzen des Medikaments unmittelbar vor einem Wettkampf ist ggf. nicht ausreichend, da Metaboliten des Methlyphenidats, die bei der Doping-Analytik erfasst werden, längerfristig nachweisbar sind. Das genaue Vorgehen, z.B. bezüglich der Notwendigkeit einer Beantragung einer medizinischen Ausnahmegenehmigung, ist von jedem bzw. für jeden Athleten individuell, basierend auf dem Standard für Medizinische Ausnahmegenehmigungen der Nationalen Anti Doping Agentur, zu überprüfen (35).

SCHLUSSFOLGERUNG

Aufgrund der Heterogenität der Verhaltensstörung ADHS muß eine Behandlung auf den jeweiligen Patienten individuell abgestimmt werden. Akute und chronische körperliche Aktivität zeigten einen positiven Effekt auf Verhalten und Kognition bei ADHSPatienten. Die Evidenzlage bezüglich des Effekts von Sport und des genauen Wirkmechanismus ist bisher sehr limitiert. Trotz antizipierbarer Probleme, die beim Sporttreiben von ADHS-Betroffenen auftreten können, sollte den Patienten körperliche Aktivität/Sport unbedingt angeraten werden, da eine positive Beeinflussung der ADHS-Symptome durch möglichst vielseitige, körperliche Aktivität/Sport nachgewiesen ist. Körperliche Aktivität/Sport kann somit als preiswerte, ergänzende Behandlungsstrategie bei ADHS eingesetzt werden. Behandelnde Ärzte sollten dabei unbedingt auf den Einfluss von Methylphenidat auf Leistung und Thermoregulation sowie ggf. auf Einhaltung der Anti-Doping-Richtlinien hinweisen. Für die Zukunft sind mehr wissenschaftliche Untersuchungen zur Wirkung von Sport bei ADHS erforderlich, so dass Empfehlungen zu besonders geeigneten Sportarten evidenzbasiert auch im Rahmen von offiziellen Leitlinien gegeben werden können. Aktuell erscheint körperliche Aktivität/Sport bei ADHS als weitgehend ungenutzte Ressource.

Angaben zu finanziellen Interessen und Beziehungen, wie Patente, Honorare oder Unterstützung durch Firmen: keine.

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Korrespondenzadresse:
Dr. med. Renate Leithäuser
Bereich Medizin, Training und Gesundheit
Institut für Sportwissenschaft und Motologie
Philipps-Universität Marburg
Jahnstr. 12
35037 Marburg
E-Mail: renate.leithaeuser@staff.uni-marburg.de
 
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