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Die Deutsche Zeitschrift für Sportmedizin behandelt die klinische Praxis und deren angrenzende Felder im Sinne translationaler Forschung, die den Einfluss von körperlicher Aktivität, Bewegung, Training und Sport sowie Bewegungsmangel von gesunden Personen und Patienten aller Altersgruppen erforscht. Dies umfasst die Auswirkungen von Prävention, Diagnose, Therapie, Rehabilitation und körperlichem Training sowie das gesamte Feld der Sportmedizin und sportwissenschaftliche, physiologische und biomechanische Forschung.

Die Zeitschrift ist die führende und meistgelesene deutsche Zeitschrift für die gesamte Sportmedizin. Sie richtet sich an alle Ärzte, Physiologen und sportmedizinisch/sportwissenschaftlich interessierte Wissenschaftler aller Disziplinen sowie an Physiotherapeuten, Trainer, Praktiker und Sportler. Die Zeitschrift ermöglicht allen Wissenschaftlern online Open Access zu allen wissenschaftlichen Inhalten und viele Kommunikationsmöglichkeiten.

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Sport-Orthopädie
LESERBRIEF

Leserbrief „Prävention und Autonomie –
Gedanken zum neuen Präventionsgesetz“

Letter to the Editor „Prevention and Autonomy – Thoughts about the New Prevention Act“

 


An die Schriftleitung,

im Editorial von Herrn Kollegen Steinacker wird zu Beginn ausgeführt: „Die Lebenserwartung steigt derzeit um etwa ein Vierteljahr pro zurückgelegtem Lebensjahr“. Da kann man sich fragen, wie dies zustande kommt, hört man doch landauf-landab das Wehklagen vieler Präventivmediziner über den falschen Lebensstil großer Anteile der deutschen Bevölkerung. Gleichzeitig wird ein weitgehend normierter, gesunder Lebensstil propagiert, was ja wohl auch Anlass für das neue Präventionsgesetz war.
Trotz des vielerorts beklagten Lotterlebens werden wir immer älter. Daher wird der Behauptung widersprochen „Die Fokussierung auf die Akutmedizin führt zu einem gigantischen Ressourcenverbrauch im Gesundheitswesen ohne nachhaltigen Nutzen“. Wie soll man sich denn die seit Jahrzehnten zunehmende Lebenserwartung erklären, wenn auch Herr Steinacker weiter ausführt: „Allerdings hat die klassische Prozeduren- und Risikofaktoren-bezogene Intervention hohe, progressiv ansteigende Kosten und stark begrenzte nachhaltige Wirkungen im Hinblick auf die Gesundheit, da sie zu spät im Leben ansetzt“.
Im Editorial von Herrn Steinacker werden aber auf begrüßenswerte Weise zahlreiche, realitätsbezogene Probleme von Präventionskampagnen beschrieben. Dem seien noch zwei Hinweise auf leider untergegangene Warnungen angesehener Präventivmediziner hinzugefügt: 1. BESKE (2002): Prävention: Vor Illusionen wird gewarnt sowie 2. JACHERTZ (2003): Prävention: Trügerisches Versprechen. Beide Experten bezweifeln die angeblichen Kosteneinsparungen und rückten die Lebensqualität in den Vordergrund. Ob sie dies angesichts der zunehmenden Probleme von Pflegebedürftigkeit und Altersdemenz bei einer immer älter werdenden Bevölkerung auch noch täten, fragt sich der Autor.

LITERATUR

  1. BESKE F.: Prävention: Vor Illusionen wird gewarnt. Dtsch Arztebl. 2002; 99: A-1209 / B-1033 / C-965.
  2. JACHERTZ N.: Prävention: Trügerisches Versprechen. Dtsch Arztebl. 2003; 100: A-3269 / B-2721 / C-2541.
Prof. i. R. Dr. med. Hans-Volkert Ulmer
Facharzt für Physiologie
Institut für Sportwissenschaft
Saarstrasse 21, 55099 Mainz
ulmer@uni-mainz.de
 
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