DZSM

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Die Deutsche Zeitschrift für Sportmedizin behandelt die klinische Praxis und deren angrenzende Felder im Sinne translationaler Forschung, die den Einfluss von körperlicher Aktivität, Bewegung, Training und Sport sowie Bewegungsmangel von gesunden Personen und Patienten aller Altersgruppen erforscht. Dies umfasst die Auswirkungen von Prävention, Diagnose, Therapie, Rehabilitation und körperlichem Training sowie das gesamte Feld der Sportmedizin und sportwissenschaftliche, physiologische und biomechanische Forschung.

Die Zeitschrift ist die führende und meistgelesene deutsche Zeitschrift für die gesamte Sportmedizin. Sie richtet sich an alle Ärzte, Physiologen und sportmedizinisch/sportwissenschaftlich interessierte Wissenschaftler aller Disziplinen sowie an Physiotherapeuten, Trainer, Praktiker und Sportler. Die Zeitschrift ermöglicht allen Wissenschaftlern online Open Access zu allen wissenschaftlichen Inhalten und viele Kommunikationsmöglichkeiten.

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Gesundheit und Bewegung
LESERBRIEF

Leserbrief „Trinken ist wichtig“

Letter to the Editor „Drinking is of Importance“

An die Schriftleitung,

wir danken für den Diskussionsbeitrag zu unse­rem Artikel (5). Dessen Thema ist die Diagnostik des Flüssigkeitsstatus, nicht die Diskussion des Trinkverhaltens im Sport. Die Themen sind ver­wandt, aber zu komplex und umfangreich, um sie innerhalb eines einzelnen Standards darzustellen. Unseres Erachtens bildet die differenzierte, objek­tive und sachkundige Diagnostik allerdings die Grundlage zur Beurteilung und Optimierung der Flüssigkeitsaufnahme im Sport.
Wir stimmen überein, dass das Durstempfinden als Marker der Hydration während der Belastung deutlich an Wertschätzung gewonnen hat und zitie­ren in unserem Artikel auch deshalb Goulet 2011 (4). Allerdings fokussieren wir auf standardisierte, ob­jektive Bestimmungen in Ruhe, weil (i) die Dynamik der akuten Belastungssituation kaum zu erfassen ist, (ii) das objektive Monitoring in der akuten Be­lastungssituation quasi keine sportpraktische Be­deutung besitzt, (iii) bei wiederholten Belastungen (z. B. in Trainingslagern) die Status­und Verlaufs­bestimmung in Ruhe wesentlich zur Beurteilung eines optimalen Hydrationsverhaltens ist und (iv) diese Messungenzur Beurteilung gesundheitlicher Aspekte in gewichtslimitierten Sportarten ent­scheidend sind.
Ein aktuelles Paper von Armstrong (1) be­schreibt die Einschätzung des Hydrationsstatus in Ruhe (nach dem Aufstehen) mit Hilfe einer Skala zum Durstempfinden (3). Diese Methode ist unseres Wissens jedoch noch nie in einem Sportlerkollektiv evaluiert worden. Zudem gibt es keine Daten zur Reliabilität bei wiederholten Belastungen (Trai­ningslager, Etappenrennen etc.). Deshalb haben wir diese Arbeit nicht zitiert, würden sie aber we­gen ihrer Originalität gern in einer kommenden DZSM­Ausgabe vorstellen.
Aus langjähriger, datenbasierter Erfahrung in Trainingslagern umfangsbetonter Sportarten wie Rudern wissen wir, dass viele Athleten ohne Feed­back nicht die trainingsbedingt verlorene Flüssig­keit wieder aufnehmen und tatsächlich “unfreiwil­lig“ dehydrieren. Dennoch möchten wir eindeutig betonen, dass auch aus unserer Sicht das gegentei­lige Overdrinking aufgrund der Gefahr der exercise induced hyponatremia (EAH) zu vermeiden ist. Wir haben die Problematik von EAH und overdrinking auch bei wiederholten kürzeren Belastungen beob­achtet und sehen in unseren Daten weiterhin Hin­weise einer inadäquaten ADH­Suppression,die möglicherweise zudem mit trainingsindizierter Verringerung der osmotischen Sensitivität einher­geht (submitted).
Um Missverständnisse mit der akuten Belas­tungssituation zu vermeiden, hätten wir präzisier formulieren können, dass „Flüssigkeitsmangel häufig durch unfreiwillige Dehydration aufgrund von zu geringer Flüssigkeitsaufnahme, z. B. durch zu schwaches oder verzögertes Durstempfinden nach Belastungen“ entsteht. Wir danken für die­sen Hinweis.
Wir sind einig, dass eine pauschale Aufforde­rung zu hohen Trinkmengen bei Sportlern proble­matisch wäre und der Studienlage widerspräche. Scheer verweist auf entsprechende Literatur (2).
Auch wir sehen die Themen EAH und Trinkver­halten für den Sport und für die Leserschaft der DZSM als relevant an.

LITERATUR

  1. ARMSTRONG LE, GANIO MS, KLAU JF, JOHNSON EC, CASA DJ, MARESH CM.: Novel hydration assessment techniques employing thirst and a water intake challenge in healthy men. Appl Physiol Nutr Metab. 2014; 39: 138-144.
    doi:10.1139/apnm-2012-0369
  2. BELTRAMI FG, HEW-BUTLER T, NOAKES TD. : Drinking policies and exercise-associated hyponatraemia: is anyone still promoting overdrinking? Br J Sports Med. 2008; 42: 796-801.
  3. ENGELL DB, MALLER O, SAWKA MN, FRANCESCONI RN, DROLET L, YOUNG AJ. : Thirst and fluid intake following graded hypohydration levels in humans. Physiol Behav. 1987; 40: 229-236.
  4. GOULET ED. : Effect of exercise-induced dehydration on time-trial exercise performance: a metaanalysis. Br J Sports Med. 2011; 45: 1149-1156.
    doi:10.1136/bjsm.2010.077966
  5. SCHEER V. : Leserbrief „Monitoring des Flüssigkeitshaushalts im Sport“. Dtsch Z Sportmed. 2015; 66; 161.
  6. TREFF G, STEINACKER JM. : Monitoring des Flüssigkeitshaushalts im Sport. Dtsch Z Sportmed. 2014; 65: 342-346.
    doi:10.5960/dzsm.2014.155
Dr. Gunnar Treff
Sektion Sport- und Rehabilitationsmedizin
Universitätsklinikum Ulm
Leimgrubenweg 14, 89075 Ulm
gunnar.treff@uni-ulm.de
 
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