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Die Deutsche Zeitschrift für Sportmedizin behandelt die klinische Praxis und deren angrenzende Felder im Sinne translationaler Forschung, die den Einfluss von körperlicher Aktivität, Bewegung, Training und Sport sowie Bewegungsmangel von gesunden Personen und Patienten aller Altersgruppen erforscht. Dies umfasst die Auswirkungen von Prävention, Diagnose, Therapie, Rehabilitation und körperlichem Training sowie das gesamte Feld der Sportmedizin und sportwissenschaftliche, physiologische und biomechanische Forschung.

Die Zeitschrift ist die führende und meistgelesene deutsche Zeitschrift für die gesamte Sportmedizin. Sie richtet sich an alle Ärzte, Physiologen und sportmedizinisch/sportwissenschaftlich interessierte Wissenschaftler aller Disziplinen sowie an Physiotherapeuten, Trainer, Praktiker und Sportler. Die Zeitschrift ermöglicht allen Wissenschaftlern online Open Access zu allen wissenschaftlichen Inhalten und viele Kommunikationsmöglichkeiten.

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GESCHICHTE

Deutscher Ärztebund zur Förderung der Leibesübungen (1924-1933)

German Medical Association for the Promotion of Physical Activity

An entsprechenden Vorarbeiten der Neugründung einer sportärztlichen Vereinigung waren maßgeblich bereits Anfang des 20. Jahrhunderts sportärztlich Aktive beteiligt (F. Hueppe, A. Mallwitz, F.A. Schmidt). Hinzu kamen namhafte Promotoren wie A. Bier, H. Herxheimer, R. Klapp, W. Kohlrausch, W. Knoll und C. Diem.
Der Aufruf zur Bildung eines Sportärzteverbandes – erschienen im Juliheft der „Monatsschrift für Turnen, Spiel und Sport“ –fand ein großes Echo. So versammelten sich am 15. Juli 1924 rund 300 Ärzte und 100 Vertreter von Behörden und Organisationen in Berlin, um diese Gründung zu beschließen.

Erneut problematische Benennung
Ferdinand August Schmidt (Bonn) leitete die Verhandlungen und wurde zum 1. Vorsitzenden des neu gebildeten Sportärztebundes gewählt. Die ursprünglich vorgesehene Benennung als „Turn- und Sportärztebund“ wurde mit Rücksicht auf die immer noch bestehenden Diskrepanzen zwischen den Lagern „Turnen“ und „Sport“ fallengelassen (3). Man einigte sich auf die Bezeichnung „Deutscher Ärztebund zur Förderung der Leibesübungen“ (DÄBFL). Entscheidungsgremium war neben der Hauptversammlung der Große Ausschuss, in dem die Landesverbände vertreten waren. Als künftige Aufgaben wurden Durchführung von Qualifizierungslehrgängen, sportärztliche Untersuchungen, Beratung und Forschung sowie die Verbindung mit Behörden und Verbänden formuliert. In der Folgezeit existierte auch eine sporttherapeutische Anstalt des DÄBFL in Berlin-Eichkamp, nahe mehrerer Sportstätten.Auf der Tagung wurden neben dem Hauptreferenten A. Bier „Die Notwendigkeit der ärztlichen Mitarbeit in den Leibesübungen“ zahlreiche, weitere Vorträge gehalten. Neben W. Kohlrausch, R. Klapp und H. Rautmann, kamen G. Mandl, F. Bruns, H. Herxheimer, M. Willner und B. Straßmann zu Wort.

Jährliche Kongresse und Wahlen bis 1932
Bis 1932 fanden die Kongresse des DÄBFL jährlich in großen Städten des Deutschen Reiches statt. Hier erfolgten jeweils die Wahlen des Präsidiums und des Vorsitzenden. Bis 1929 waren rund 1.400 Sportarztanerkennungen erteilt worden. Die Mitgliederzahl stieg bis 1931 kontinuierlich auf 2.562 an.

Landesverbände und Beratungsstellen
Erste sportärztliche Beratungsstellen waren bereits vor der Gründung des DÄBFL entstanden (1920 in Hannover und 1921 in Halle/Saale). Mit der Bildung sportärztlicher Landesverbände kam es ab 1924 zum Entstehen von Ortsgruppen, die sportmedizinisch engagierte Ärzte und Beratungsstellen in ganz Deutschland umfasste. Ihnen oblag die Verbindung mit den örtlichen Behörden, den anderen ärztlichen Fachorganisationen und die Organisation der sportärztlichen Weiterbildung.
1926 wurde auf der „Ausstellung für Gesundheitspflege, soziale Fürsorge und Leibesübungen“ in Düsseldorf („Ge-So-Lei“) das Modell einer sportärztlichen Beratungsstelle vorgestellt.
Im Ratgeber des DÄBFL „Was muß der Arzt von den Leibesübungen wissen?“ von 1927 schreibt der Essener Stadtarzt Karl Anton Worringen: „Einer der klügsten Deutschen unserer Tage, der für die Sportbewegung viel getan hat, der Kölner Oberbürgermeister Dr. Adenauer, der Schöpfer des Kölner Stadions, hat das tiefe Wort gesprochen: Der Sport ist der praktische Arzt am Krankenlager des deutschen Volkes“.
Die sportärztliche Untersuchungs- und Beratungstätigkeit fand ständig weitere Verbreitung. Ende der zwanziger Jahre existierten hunderte derartiger Einrichtungen in unterschiedlicher Trägerschaft im ganzen Deutschen Reich. 1928 wurden beispielsweise in 12 verschiedenen Berliner Beratungsstellen kostenlose sportärztliche Untersuchungen durchgeführt.
Über die Organisation und Arbeit der einzelnen Landesverbände und örtlichen sportärztlichen Arbeitsgruppen des Deutschen Ärztebundes zur Förderung der Leibesübungen ließen sich keine zentralen Archivalien nachweisen. Unterlagen und Nachweise fanden sich lediglich in den örtlichen ärztlichen Mitteilungsblättern, den regionalen Zeitungen und in den Stadtarchiven.

LITERATUR

  1. Hollmann W. Tittel K: Geschichte der deutschen Sportmedizin. Druckhaus Verlag, Gera, 2008.
  2. Pfister G: Professionalisierungsprozess im Sport – zur Entwicklung der Sportmedizin in der Weimarer Republik, in: Meck S (Hrsg): Festschrift für Dieter Voigt. Lit Münster, 2001.
  3. Uhlmann A: Der Sport ist der praktische Arzt am Krankenlager des deutschen Volkes. Mabuse Frankfurt/Main, 2005.
 
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