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Die Deutsche Zeitschrift für Sportmedizin behandelt die klinische Praxis und deren angrenzende Felder im Sinne translationaler Forschung, die den Einfluss von körperlicher Aktivität, Bewegung, Training und Sport sowie Bewegungsmangel von gesunden Personen und Patienten aller Altersgruppen erforscht. Dies umfasst die Auswirkungen von Prävention, Diagnose, Therapie, Rehabilitation und körperlichem Training sowie das gesamte Feld der Sportmedizin und sportwissenschaftliche, physiologische und biomechanische Forschung.

Die Zeitschrift ist die führende und meistgelesene deutsche Zeitschrift für die gesamte Sportmedizin. Sie richtet sich an alle Ärzte, Physiologen und sportmedizinisch/sportwissenschaftlich interessierte Wissenschaftler aller Disziplinen sowie an Physiotherapeuten, Trainer, Praktiker und Sportler. Die Zeitschrift ermöglicht allen Wissenschaftlern online Open Access zu allen wissenschaftlichen Inhalten und viele Kommunikationsmöglichkeiten.

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Sportmedizin
EDITORIAL

Peter Bärtsch verlässt die Spitze des Wissenschaftsrates - eine Laudatio

Peter Baertsch leaves the Head of the Science Council – a Laudation

Der  Wissenschaftsrat  (WR)  der  Deutschen  Gesellschaft  für Sportmedizin  und  Prävention  (DGSP)  wurde  von  Peter Bärtsch ganz wesentlich geprägt. Elf Jahre stand er an der Spitze dieser Instition, die im September 1999 aus der Sektion „Lehre und Forschung“ hervorgegangen war. Er hat in dieser Funktion nicht nur die Kongresse der DGSP zusammen mit den Kollegen aus dem Wissensschaftsrat  und  den  lokalen  Veranstaltern  gestaltet  und vorangebracht, sondern auch die Entwicklung der Gesellschaft als Vizepräsident für Lehre und Forschung mitbestimmt.
Es war und ist ihm ein zentrales Anliegen, der Sportmedizin, insbesondere  in  Deutschland,  ein  wissenschaftlicheres  Profil  zu verleihen und die deutsche Hochschulsportmedizin im internationalen Vergleich besser zu positionieren. Nicht nur als Leiter des WR ist  er  dabei  immer  zielgerichtet  seinen  Weg  gegangen  und  stand gleichzeitig sinnvollen Argumenten und einem konstruktiven Meinungsaustausch immer aufgeschlossen gegenüber. Er geht keiner sachlichen  Konfrontation  aus  dem  Weg,  um  die  Interessen  der Sportmedizin, insbesondere der sportmedizinischen Forschung an den Instituten und Kliniken der Hochschulen zu vertreten. Das ist nicht immer einfach, da die Sportmedizin als medizinisches Querschnittsfach immer im Spannungsfeld unterschiedlicher Interessen steht und sportmedizinisch relevante Forschung häufig außerhalb der eigentlichen Sportmedizin durchgeführt wird.
Über  sein  Engagement  im  Wissenschaftsrat  hinaus  wirkt  er in  einer  Reihe  von  internationalen  Gremien  mit.  Seiner  Vorliebe für  die  Höhenmedizin  entsprechend  war  er  beispielsweise  von 1997 bis 2000 Präsident der Internationalen Gesellschaft für Bergmedizin. Den dringendsten Problemfeldern der Sportmedizin offen zugewandt, widmete er sich zuletzt auch konsequent der Aufarbeitung der Dopingproblematik in der Sportmedizin.
Seine wissenschaftliche Arbeit ist ein Beispiel in der sportmedizinischen  Forschung.  Er  hat  der  Sportmedizin  vorher  nicht  gekannte Identifikations- und Arbeitsfelder vermittelt. Unter internationaler Anerkennung hat er die Forschungsthemen Blutgerinnung unter  Höhenbedingungen,  Höhenlungenödem  und  Höhenhirnödem bearbeitet. Einige seiner mehr als 300 „Peer Review Arbeiten“ sind  in  allen  großen  internationalen  Zeitschriften  der  Inneren Medizin  und  Physiologie  publiziert.  Er  hat  die  Höhenmedizin  in die  Sportmedizin  eingebracht  und  zu  einem  sportmedizinischen Forschunggebiet gemacht. Dadurch hat er das Spektrum der sportmedizinischen Forschung erweitert und muss auf diesem Feld als Wegbereiter in der Sportmedizin bezeichnet werden. Dies hat ihn zu  einem  der  weltweit  führenden  Höhenmediziner  gemacht  und dem internationalen Ansehen der deutschen und schweizerischen Sportmedizin in beispielhafter Weise gedient. Er hat sich dabei immer an höchsten wissenschaftlichen Standards orientiert und diese dann für die sportmedizinische Forschung eingefordert. Seinen Neigungen und Interessen folgend, hat er daran mitgearbeitet, die 4554 Meter hoch gelegene Schutzhütte „Capanna Regina Margherita“ – die Margherita-Hütte – zu einem internationalen Zentrum für höhenphysiologische Forschung auszubauen. Sein ungemeines Wissen  auf  dem  Gebiet  der Höhenmedizin  und  darüber hinaus  hat  er  in  den  letzten Jahren  bei  seinen  sehr  beliebten  höhenmedizinischen Fortbildungsveranstaltungen im  Engadin  und  auf  dem Sustenpass vermittelt.
Peter  Bärtsch  ist  seit nunmehr  20  Jahren  Ärztlicher  Direktor  der  Innere Medizin  VII  /  Sportmedizin des  Universitätsklinikums Heidelberg.  Davor  hat  er  als Internist  und  Höhenphysiologe  in  der  Schweiz,  zuerst in Bern und später als Sportmediziner  in  Magglingen gearbeitet.  In  seiner  ruhigen, bestimmten, konstruktiven und kritischen Weise hat er immer das Machbare im Blick behalten und sich nicht dazu verleiten lassen Dinge zu tun, die ihm nicht realisierbar erschienen oder die die Sache an sich gefährdeten. Dies spiegelt sich auch in seiner Vorliebe dem Bergsteigen wieder. Er hat keine Anstrengung gescheut und hohe Ziele verfolgt, jedoch wusste er im entscheidenden Moment, wann die Umkehr notwendig ist, um kein unkalkulierbares Risiko einzugehen.  So  brach  er  bei  einem  seiner  beiden  Achttausender Expeditionen den Aufstieg zum Nanga Parbat kurz unterhalb des Gipfels ab. Die Entscheidung erfolgte aufgrund rationalen Überlegungen, den Gipfel zwar erreichen zu können, aber die Kraft nicht mehr für den Abstieg zu haben. Seine Vorliebe für die höhenphysiologische Forschung hat ihn jedoch trotzdem in gefährliche Situationen gebracht. Als er wissenschaftliche Großgeräte installieren wollte  (2004)  kam  es  unterhalb  der  Margherita-Hütte  zu  einem Hubschrauberunfall. Von solchen Schicksalsschlägen hat sich Peter Bärtsch nicht beirren lassen und seine wissenschaftlichen Ziele konsequent weiter verfolgt.
Peter Bärtsch ist eine verlässliche und charaktervolle Persönlichkeit, die die DGSP in den letzten Jahrzehnten wesentlich geprägt und weiterentwickelt hat. In seiner konsequenten Weise übergibt er zum – in seinen Augen – geeigneten Zeitpunkt den Stab an die nächste Generation weiter, ohne sich vollständig aus der Verantwortung  zu  ziehen.  Der  Dank  des  Wissenschaftsrates  der  DGSP und der gesamten Sportmedizin gebührt daher in diesem Moment dem Menschen und der Persönlichkeit Peter Bärtsch.

 
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